Wir stehen jetzt an der Undine-Quelle am Wall. Zu diesem Ort gehört eine Geschichte, in der ein Versprechen weitreichende Folgen hat.
Der Sage nach verliebte sich die Wasserfee Undine in einen Menschen. Sie versprach ihm dauerhaftes Liebesglück, wenn er ihr treu bliebe. Der Mann schwor ihr diese Treue. Doch später heiratete er eine andere Frau.
Der gebrochene Schwur endete tödlich: Undine nahm ihm mit einem Kuss das Leben. Ihr eigenes Glück gewann sie dadurch nicht zurück. Sie blieb voller Trauer um den Menschen, den sie liebte.
Nach seinem Begräbnis verwandelte sie sich in eine Quelle auf seinem Grab. Ihr Wasser umschloss nun den Ort, an dem er ruhte – der Erzählung nach eine Umarmung, die niemals endet. Dieses Bild verbindet die Undine mit der Wittenburger Quelle.
Wenn Sie jetzt auf die hölzerne Figur schauen, bekommt die Geschichte ein Gesicht. Die lebensgroße Undine wurde 2010 vom Wittenburger Werbering hier aufgestellt.
Auch im Alltag spielte das Wasser eine Rolle. Die Wittenburger holten es zum Kaffeekochen, wuschen hier Wäsche und tauschten Neuigkeiten aus. Um 1915 füllte der Apotheker Wasmuth Quellwasser in Flaschen ab und verkaufte es als „Angenehmes Tafel-Wasser“. Ein Stück Wittenburg zum Mitnehmen, könnte man sagen.
Stellen Sie sich diesen Platz einmal mit Menschen vor, die Wasser holen und dabei miteinander ins Gespräch kommen. Dann wird aus der kleinen Sehenswürdigkeit ein Stück gelebter Stadtgeschichte.
Und wenn wir gleich weitergehen, können wir das Bild aus der Sage mitnehmen: Wasser, das einen geliebten Menschen umschließt. So gibt eine Geschichte einem Ort eine Bedeutung, die über das Sichtbare hinausgeht.
STATION 05 · Sagen & Geschichten
Undine-Quelle
Von einer unglücklichen Wasserfee bis zum abgefüllten Tafelwasser: die Quelle hat mehr als eine Geschichte.
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Kurze Ansage · Station 05Allgemeiner Text
Die Geschichte des OrtesUndine allgemein
Stimme / Aufnahme: Fola
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Epoche DDR
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FunFakt
Ein überraschendes DetailUndine FunFakt
Stimme / Aufnahme: Fola
ZUM LESEN & ENTDECKEN
Ein Blick in die Geschichte.
Hier sehen Sie die Undine-Quelle von Wittenburg. An diesem Ort lohnt es sich, zwischen Sage und nachweisbarer Geschichte zu unterscheiden.
Beginnen wir mit der Sage. Die Wasserfee Undine versprach einem Mann Liebesglück, solange er ihr treu blieb. Er heiratete jedoch eine andere Frau. Undine tötete den Untreuen, fand dadurch aber keinen Frieden. Aus Trauer verwandelte sie sich über seinem Grab in eine Quelle. So erzählt es die regionale Überlieferung – nicht als historisches Ereignis, sondern als Geschichte über Treue, Verlust und Reue.
Die wirkliche Quelle gehörte dagegen ganz handfest zum Alltag. Ein im Stadtarchiv überlieferter Text berichtet, dass Wittenburger hier Wasser für ihren Kaffee holten, Wäsche wuschen und Neuigkeiten austauschten. Um neunzehnhundertfünfzehn machte der Apotheker Wasmuth daraus sogar ein Handelsprodukt: Er füllte das Wasser in Flaschen und verkaufte es als Tafelwasser.
Anfang der neunziger Jahre wurde die Quelle wieder freigelegt. Dafür setzte man eine vierzehn Meter tiefe Bohrung an. Am Tag der Deutschen Einheit neunzehnhundertvierundneunzig wurde die neu gestaltete Anlage eingeweiht.
Die hölzerne Undine-Figur kam später hinzu: Sie wurde zweitausendzehn während einer öffentlichen Schnitzaktion geschaffen. Quelle und Figur erzählen damit von verschiedenen Zeiten und davon, wie ein Ort immer wieder neu ins Bewusstsein der Stadt rückt.
Bitte verstehen Sie die historischen Berichte über Trinkwasser nicht als heutige Trinkempfehlung. Zur aktuellen Wasserqualität wird hier keine Aussage getroffen. Genießen Sie lieber den Ort und seine Geschichten.
Beginnen wir mit der Sage. Die Wasserfee Undine versprach einem Mann Liebesglück, solange er ihr treu blieb. Er heiratete jedoch eine andere Frau. Undine tötete den Untreuen, fand dadurch aber keinen Frieden. Aus Trauer verwandelte sie sich über seinem Grab in eine Quelle. So erzählt es die regionale Überlieferung – nicht als historisches Ereignis, sondern als Geschichte über Treue, Verlust und Reue.
Die wirkliche Quelle gehörte dagegen ganz handfest zum Alltag. Ein im Stadtarchiv überlieferter Text berichtet, dass Wittenburger hier Wasser für ihren Kaffee holten, Wäsche wuschen und Neuigkeiten austauschten. Um neunzehnhundertfünfzehn machte der Apotheker Wasmuth daraus sogar ein Handelsprodukt: Er füllte das Wasser in Flaschen und verkaufte es als Tafelwasser.
Anfang der neunziger Jahre wurde die Quelle wieder freigelegt. Dafür setzte man eine vierzehn Meter tiefe Bohrung an. Am Tag der Deutschen Einheit neunzehnhundertvierundneunzig wurde die neu gestaltete Anlage eingeweiht.
Die hölzerne Undine-Figur kam später hinzu: Sie wurde zweitausendzehn während einer öffentlichen Schnitzaktion geschaffen. Quelle und Figur erzählen damit von verschiedenen Zeiten und davon, wie ein Ort immer wieder neu ins Bewusstsein der Stadt rückt.
Bitte verstehen Sie die historischen Berichte über Trinkwasser nicht als heutige Trinkempfehlung. Zur aktuellen Wasserqualität wird hier keine Aussage getroffen. Genießen Sie lieber den Ort und seine Geschichten.
Quellen & Bildnachweise
- Die Undine-Quelle in Wittenburg · Stadt Wittenburg · Öffentlichkeitsarbeit (2026)
- Undine-Quelle Wittenburg · Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin
- undine · Sven Moss · Sven Moss erlaubt